Von Rechtsanwalt Klaus Dietrich Haupt, Kanzlei Walek Rechtsanwälte, Mayen
Der Kauf einer Immobilie zählt für die meisten Menschen zur größten finanziellen Entscheidung ihres Lebens. Wenn wenige Monate nach dem Einzug der Keller feucht wird, sich Schimmel hinter der frisch gestrichenen Wand zeigt oder sich Risse als Folge eines verschwiegenen Setzungsschadens auftun, ist die Enttäuschung – und der finanzielle Schaden – immens. Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Sie in dieser Situation?
Beim Immobilienkauf gelten nach § 438 Abs. 1 Nr. 2 BGB grundsätzlich verlängerte Gewährleistungsfristen: Mängelansprüche verjähren in fünf Jahren ab Übergabe des Grundstücks. Diese Frist ist deutlich länger als die zweijährige Regelgewährleistungsfrist für bewegliche Sachen. Sie gibt Käufern damit mehr Zeit, versteckte Baumängel zu entdecken und geltend zu machen.
In der Praxis enthalten fast alle notariellen Kaufverträge für gebrauchte Immobilien einen generellen Gewährleistungsausschluss. Formulierungen wie „gekauft wie besichtigt“ oder „unter Ausschluss jeglicher Sachmängelhaftung“ sind üblich. Dieser Ausschluss ist jedoch keineswegs absolut. Er greift nicht, wenn der Verkäufer Mängel arglistig verschwiegen hat (§ 444 BGB).
Arglist im Rechtssinn liegt vor, wenn der Verkäufer einen ihm bekannten Mangel bewusst nicht offenbart hat – und zwar in dem Wissen, dass der Käufer bei Kenntnis des Mangels den Vertrag nicht oder nicht zu diesen Konditionen geschlossen hätte. Klassische Beispiele:
Die Beweislast für das arglistige Verschweigen liegt grundsätzlich beim Käufer. Das ist in der Praxis eine hohe Hürde – denn Sie müssen nicht nur den Mangel selbst, sondern auch dessen positive Kenntnis beim Verkäufer nachweisen. Indizien spielen hier eine wichtige Rolle: frische Übermalung, bauliche Veränderungen kurz vor dem Verkauf oder widersprüchliche Angaben in der Anzeige und im Vertrag können auf Arglist hindeuten. Ein Sachverständigengutachten ist in solchen Fällen häufig unerlässlich.
Wurde der Mangel in den Verkäuferaussagen – auch mündlich – positiv verneint oder als nicht vorhanden beschrieben, kann auch eine Beschaffenheitsvereinbarung vorliegen, die den Gewährleistungsausschluss gegenstandslos macht (§ 434 Abs. 1 BGB).
Gelingt der Nachweis des arglistigen Verschweigens, stehen Ihnen grundsätzlich folgende Rechte zu:
Bei hohen Streitwerten – und die sind beim Immobilienkauf häufig erheblich – ist professionelle anwaltliche Begleitung von Anfang an entscheidend.
Wenn Sie nach dem Immobilienkauf Mängel entdecken, sollten Sie ohne Verzögerung handeln:
Ob im Großraum Mayen, im Kreis Mayen-Koblenz, in der Vulkaneifel oder der Moselregion: Immobilienkaufstreitigkeiten mit arglistig verschwiegenen Mängeln zählen zu den kostspieligsten Rechtsfällen im privaten Bereich. Rechtsanwalt Klaus Dietrich Haupt von der Kanzlei Walek Rechtsanwälte in Mayen bearbeitet dieses Rechtsgebiet mit der Erfahrung, die solch komplexe und oft emotionsgeladene Streitigkeiten erfordern. Er prüft Ihren Fall individuell und zeigt Ihnen klare Handlungsoptionen auf.
Versteckte Mängel nach dem Hauskauf entdeckt? Handeln Sie jetzt und lassen Sie Ihre Rechte prüfen.
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